Klimapaket: Wegfall des 52-Gigawatt-Deckels beschlossen

Zu dem am Freitag von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzprogramm gehört auch der Wegfall der bislang im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) definierten Förderungsbeschränkung für Photovoltaik.

Nach fast 20 Stunden Verhandlungen haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf ein „Klimaschutzprogramm 2030“ geeinigt. Das wohl wichtigste Element ist aus Sicht der Photovoltaikbranche wohl der Wegfall des Deckels bei der Solarförderung. Wörtlich heißt es hierzu auf Seite 17 des 22 Seiten umfassenden Eckpunkte-Papiers: „Der derzeit noch bestehende Deckel von 52 Gigawatt für die Förderung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen wird aufgehoben.“ Somit werden auch zukünftig neu installierte Photovoltaikanlagen bis 750 kWp über die bislang festgelegte Förderungsbeschränkung hinaus gefördert.

CO2-Emissionen sollen künftig durch den Zertifikatehandel stärker bepreist werden. Dabei werden Zertifikate an die Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, verkauft. Für 2021 sind zunächst lediglich 10 Euro pro Tonne CO2 vorgesehen. 2025 liegt der Festpreis dann nach jährlich festgelegten Steigerungen bei 35 Euro pro Tonne CO2. Ab 2026 werden bei einem Höchstpreis von 60 Euro pro Tonne CO2 jährlich sinkende maximale Emissionsmengen festgelegt.

Nach Scheitern des im Jahre 1990 festgelegten Ziels, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, soll nun das fortbestehende Klimakabinett durch kontinuierliche Prüfungen das Erreichen der Zielsetzung für 2030 gewährleisten – diese sieht eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 55% im Vergleich zu 1990 vor.

Klimaschutzprogramm 2030, pv-magazin

Strompreis klettert auf Rekordhoch

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte stieg in den letzten sieben Monaten auf noch nie dagewesene Höchstpreise.
Mit einer Erhöhung von durchschnittlich 5 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang ist der Preis für eine Kilowattstunde Strom auf derzeit 29,42 Cent gestiegen. Diese Strompreiserhöhung bestätigten auch Vergleichs- und Vermittlungsportale wie Verivox und Check24.

Etwa zwei Drittel der 826 Stromgrundversorger in Deutschland erhöhten ihre Strompreise in den ersten drei Monaten des Jahres 2019. Weitere 62 dieser Grundversorger möchten für die Monate April und Mai ihre Preise erhöhen. Für die nächste Zeit ist kein Ende der Strompreissteigerungen in Sicht – Experten rechnen vielmehr mit einem weiteren Anstieg.

Quelle: n-tv

Geldbereitstellung für Energie – und Klimafonds

Für 2019 erhöht die Bundesregierung die Gelder für den Energie- und Klimafonds auf 4,5 Milliarden Euro. Der Fonds wurde 2011 ins Leben gerufen und jährlich neu über die zur Verfügung stehenden Mittel verhandelt.

Für die Zukunft sollen dabei viele Speichertechnologien für Wärme, Strom und weitere Energieträger zur Verfügung stehen, als auch die Speicher- und Batteriezellenfertigung unterstützt werden. Des Weiteren sollen die Gebiete der Energieeffizienz, Gewinnung von Wärme aus erneuerbaren Energien und die CO2-Gebäudesanierung verbessert werden. Auch wird durch den Fonds die zunehmende Elektromobilität vorangetrieben.

Da die Forschung und Entwicklung im Bereich der Energietechnik immer mehr an Wichtigkeit gewonnen hat ist dies nun nicht mehr Teil des Energie – und Klimafonds, sondern wird über einen Einzelplan mit 773 Millionen Euro finanziert.

Quelle: pv-magazine

Maßnahmenpaket für Energiewende und Klimaschutz

Die Experten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), der deutschen Wissenschaftsakademien (ESYS) und der deutschen Energie-Agentur (Dena) haben konkrete Empfehlungen für die Energiewende in Deutschland vorgelegt. Die Institutionen fordern den jährlichen Nettozubau der erneuerbaren Energien auf mindestens sechs Gigawatt zu steigern.

Bereits in den kommenden Monaten solle ein umfassendes Maßnahmenpaket den Grundstein für umfangreiche Investitionen legen. Die Akademien, BDI und Dena haben bereits unabhängig voneinander mehrere Grundsatzstudien zur Machbarkeit der Energiewende vorgelegt. Um das Energiesystem klimafreundlich und Strom zum dominierenden Energieträger zu machen, brauche es vielfältige Technologien für kurzfristige Flexibilität – von Batterien in Elektroautos und Wärmepumpen über thermische Speicher und Power-to-X-Anlagen bis zum Demand Side Management.

 

Quelle: pv magazine

Aus Kohle wird Photovoltaik und Windkraft

Laut dem 336 Seiten umfassenden Abschlussbericht, den die sogenannte Kohlekommission am Samstag vorgelegt hat, soll Deutschland bis spätestens Ende 2038 die Kohleverstromung beenden.

Die Unternehmen Vattenfall, Baywa re, Solarpraxis und Wattner wählten diesen Zeitpunkt, um nochmals auf die Ergebnisse des vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Bericht „Erneuerbare-Energien-Vorhaben in den Tagebauregionen“ aufmerksam zu machen. Sie weisen auf das große Potenzial der Tagebauflächen hin, da es sich um Kraftwerksstandorte mit Netzanschluss und bereits bergbaulich genutzte Fläche handele.

Ab 2020 könnten demnach auf den Tagebauflächen ohne jegliche Förderung Photovoltaik-, Windkraft- und Hybridkraftwerke realisiert und gleichzeitig der Charakter der Kohlereviere als Energieregion bewahrt werden, werben die Unternehmen für ihre Idee.

Quellen:

https://www.pv-magazine.de/2019/01/25/aus-kohle-wird-photovoltaik-und-windkraft-ganz-ohne-foerderung/

https://www.pv-magazine.de/2019/01/28/deutschland-soll-bis-2038-aus-der-kohleverstromung-aussteigen/

Erstmals mehr Leistung bei erneuerbaren als bei fossilen Energieträgern installiert

Die Marktkonzentration bei der konventionellen Stromerzeugung nimmt weiter ab.

Aus dem kürzlich veröffentlichten jährlichen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten geht hervor, dass in Deutschland 2017 mit 112,5 Gigawatt erstmals mehr Erzeugungsleistung aus erneuerbaren als aus konventionellen Energieträgern (105,1 Gigawatt) installiert wurde.

Auch der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung (insgesamt 601,4 Terawattstunden) ist im Jahr 2017 auf 36% gestiegen – in diesem Jahr wird ein Anstieg auf 39% erwartet.

Quellen: photon.info, pv-magazine

Weltweiter Trend setzt sich fort: Über 100 Städte werden bereits mit mindestens 70% Ökostrom versorgt

Bereits  mehr als 100 Städte der Industrienationen, darunter Vancouver, Montreal und Stockholm, aber auch viele Städte in Entwicklungsländern, wie zum Beispiel  die kenianische Hauptstadt Nairobi, werden mit mindestens 70% Ökostrom versorgt !

Über 40 Städte, zu diesen gehören unter anderem Reykjavik und Basel, haben bereits das Ziel der Vollversorgung durch saubere Energie erreicht.

Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch: Deutschland, einstiger  Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien,  ist mit keiner einzigen Stadt in der Liste vertreten.

Ein Beispiel kann Deutschland sich an den Briten nehmen – am 01. März verkündeten  80 britische Städte, darunter Manchester, Birmingham, Newcastle, Glasgow und 16 Londoner Stadtteile, bis spätestens 2050 die Vollversorgung durch saubere Energie zu realisieren.

Quelle: pv magazine

Sinkende Investitionskosten und steigende Strompreise machen Photovoltaikanlagen immer attraktiver

Beim gewerblichen Solaranlagenbetreiber haben sich die Prioritäten, die lange bei den Renditeerwartungen lagen, in Richtung Eigenverbrauch verschoben.

Laut einer aktuellen Studie der EuPD Research, wird der Beweggrund Eigenstromnutzung von gut 60% der Kunden als ausschlaggebendes Kriterium für die Installation einer gewerblich genutzten Photovoltaikanlage aufgeführt. Diese Angaben beziehen sich auf die Inbetriebnahme ab Mitte 2016 und lassen sich mit den stetig steigenden Stromkosten und den gleichzeitig immer weiter sinkenden Investitionskosten für eine Solaranlage begründen.

pv magazine: Gewerbe setzt auf Photovoltaik-Eigenverbrauch

Diese Analyse wird für Zündstoff sorgen: Dank Wind und Sonne wurden 2013 rund 11,2 Mrd. € beim Strom gespart – nach Kosten für die Förderung !

Experten der Universität Erlangen-Nürnberg haben errechnet, dass die deutschen Stromverbraucher im Jahr 2013 per Saldo, also nach Berücksichtigung bezahlter Einspeisevergütungen, ca. 11,2 Milliarden € sparten, weil Windräder und Solaranlagen große Menge preiswerter Elektrizität in die Stromnetze einspeisten.
Interessant ist dabei vor allem, dass es sich um eine unabhängige Studie handelt und externe Kosten wie Umweltverschmutzung oder Atommüll-Entsorgung noch gar nicht berücksichtigt sind.

Lieber Herr Gabriel, liebe Stromlobby! Wann hört ihr endlich auf uns Verbraucher (für dumm) zu verkaufen?

 

Wirtschaftswoche: Sonne und Wind entlasten Verbraucher um Milliarden
Universität Erlangen-Nürnberg: Erfolg in Sachen Energiewende