EEG-Umlage sinkt 2018

Der Strompreis an der Börse ist 2017 gestiegen – gut für Privathaushalte und kleine Gewerbetreibende, denn deshalb sinkt 2018 die EEG-Umlage.

Verkehrte Welt ? Nein, Politikerlogik !

Für eine neue Regierung bleibt viel zu tun um die dringend notwendige Energiewende endlich sinnvoll zu gestalten.

FOCUS online: Ökostrom-Umlage sinkt 2018
Phovoltaik: Die Aufgaben für Jamaika

Solarenergie wächst weltweit stärker als Atom- und Kohlekraft

Photovoltaik wächst weltweit schneller als jede andere Art der Energieerzeugung. Dies geht aus dem neuesten Bericht der IEA (Internationale Energie Agentur) hervor.

Im vergangenen Jahr gingen weltweit fast 165 Gigawatt Erneuerbare-Energien-Leistung ans Netz. Bis 2022 werde die neu installierte Leistung um rund 1.000 Gigawatt wachsen, »was etwa der Hälfte der heutigen globalen Kapazität im Kohlekraftwerksbereich entspricht, die in 80 Jahren aufgebaut wurde«, sagte Fatih Birol, Geschäftsführer der IEA.
Zwei Drittel würden bis 2022 China, Indien sowie die USA  zum weltweiten Ausbau beitragen.

Hauptgrund ist, dass die Strompreise von Solarkraftwerken deutlich gesunken sind und mit anderen Energieerzeigungsformen durchaus mithalten können. In einigen Regionen sind die Solarstromerzeugungskosten bereits deutlich niedriger als die Erzeugungskosten neu gebauter Gas- und Kohlekraftwerke.

In Deutschland dagegen, obwohl von hier viele technische Innovationen ausgingen, Deutschland einst Weltmarktführer war und viel EEG-Geld in die Anschubförderung gesteckt wurde, wird seit 2012 der Zubau politisch massiv gebremst – trotz niedriger Kosten und möglichem Beitrag zur Lösung des CO²-Problems.

Bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung Fakten über Ideologie stellt, denn wer richtig rechnet und alle Kosten einbezieht, kommt an günstigem Solarstrom nicht vorbei.

Spiegel online: Solarenergie wächst weltweit stärker als Atom- und Kohlekraft
PV Magazine: IEA läutet neue Photovoltaik-Ära ein
Photon Info: Photovoltaik wächst weltweit schneller als jede andere Art der Energieerzeugung

Der Planet schlägt zurück – die Politik kümmert das aber nicht

David Wallice-Wells, Redakteur des renommierten NEW YORK MAGAZINE, stellt in seinem Beitrag „DER PLANET SCHLÄGT ZURÜCK“ dar, was über den Klimawandel gesichert bekannt ist und welche dramatischen Auswirkungen dieser bereits jetzt und vor allem in bereits naher Zukunft für die Menschheit haben wird.

Wer sich damit beschäftigt muss zum Schluss kommen: Es muss etwas geschehen, global, sofort, mit höchster Priorität.

Es betrifft uns alle, vor allem unsere Kinder und Enkel, und es wird unsere Zukunft verändern – sicher nicht zum Guten.

Und was hört man darüber in Deutschland, gerade jetzt in Wahlkampfzeiten: NICHTS !

Umweltschutz und Energiepolitik scheint in der politischen Diskussion überhaupt nicht vorzukommen.

Nur isoliert erhitzt das Thema „Dieselaffäre“ die Gemüter. Das ist in etwa so, als ob man sich über den Ruß einer Kerze beschwert, während bereits das ganze Haus brennt.

Schaut man in die Programme der Parteien, so scheint Umwelt und Energiepolitik ein lästiger Unterpunkt. Die AfD hält von dem Thema sowieso nichts und die FDP ist weiterhin der Meinung der Markt wird’s schon richten.

Der Markt hat es gerichtet, über die letzten 100 Jahre uns dahin gebracht, wo wir heute stehen.

Lesen Sie diesen interessanten Artikel und informieren Sie sich im „Energiepolitischen Parteiencheck“ des GIH über die Energie- und Umweltpolitik der Parteien.

David Wallace-Wells: Der Planet schlägt zurück
GIH: Energiepolitischer Parteiencheck zur Bundestagswahl 2017


Umfrage: 95 % der Deutschen für Ausbau von Ökostromanlagen

Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien. Laut Umfrage des EMNID-Instituts halten 95% der Deutschen eine stärkere Nutzung von Ökostrom-Kraftwerken für wichtig oder sogar sehr wichtig.

Die Politik dagegen bremst den Ausbau seit 2012 erheblich. Die tiefen Einschnitte in der Zeit der schwarz-gelben Koalition wurden auch von der derzeitigen Regierungskoalition nicht wieder zurückgenommen.

Bei der bevorstehenden Bundestagswahl können die Bürger nun entscheiden, ob sie künftig wieder eine zukunftsorientierte Energiepolitik, die Umweltschutz und Erhalt unserer Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellt, wünschen. Oder doch eine eher rückwärtsgewandte, die vielleicht momentan weniger kosten würde, dafür aber unseren Kindern teure Folgeschäden aufbürdet und die Technologieführerschaft Deutschlands in einem riesigen Zukunftsmarkt gefährdet.

Eine Übersicht über die Wahlprogramme der Parteien finden Sie auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung.


Bundestagswahl: Wie stehen die Parteien zur Energiewende

In wenigen Wochen ist Bundestagswahl. Damit werden die Weichen für die nächsten 4 Jahre gestellt, nicht nur, aber auch für die Energie- und Umweltpolitik. In ihren Wahlprogrammen zeigen die Parteien auf, was sie planen, sollten sie das Mandat der Wähler erhalten.

Wer genau liest und die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, bleibt leider verwirrt zurück.

Wird derzeit nicht heftigst über Luftverschmutzung diskutiert, wurden nicht unlängst große Versprechungen beim Weltklimagipfel abgegeben ?

Und was steht in den Wahlprogrammen ?

Es klingt fast als würde dort von einigen laut gerufen:
Bitte belästigen Sie mich nicht mit Fakten, ich habe meine eigene Meinung ! Und überhaupt: was geht mich mein Geschwätz von gestern an ?

Machen Sie sich am besten Ihr eigenes Bild !

haustec.de: Was die Parteien nach der Bundestagswahl planen
Landeszentrale für politische Bildung: Übersicht über die Wahlprogramme
Spiegel online: Studie: Fotovoltaik, die unterschätzte Technik
Süddeutsche Zeitung -Wissen: Pflastert Deutschland endlich mit Solaranlagen

Fossile-Energien-Umlage 10,2 Cent pro kWh

Nach einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zu Subventionen in Kohle, Öl und Gas müssten die deutschen Stromverbraucher eine Umlage in Höhe von 10,2 Cent pro kWh zahlen, wenn diese – wie die EEG-Umlage – über den Strompreis verrechnet würde. Da die Subventionen aber direkt aus dem Haushalt, also i.d.R. über Steuern, finanziert werden, fällt dies in der Öffentlichkeit nicht auf.

Die offen ausgewiesene EEG-Umlage, die derzeit für den normalen Stromverbraucher „nur“ 6,88 Cent/kWh beträgt (auch weil immer mehr große Stromverbraucher teilweise hiervon befreit wurden), wird dagegen insbesondere von der FDP und Teilen der CDU/CSU als viel zu hoch kritisiert.

Dies obwohl die mit der EEG-Umlage geförderten Erneuerbaren Energien maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, während die Nutzung fossiler Energieträger das Problem Klimaerwärmung weiter verschärft.

Bereits 2009 haben sich die Staaten, auch die Bundesrepublik Deutschland, auf einem G20-Gipfel in den USA verpflichtet, die fossilen Subventionen zu beenden. Passiert ist bisher (seit 18 Jahren) nichts/wenig.

Energiewende – wo ?

Am 20. und 21. März traf sich die Welt wieder zum „Energy Transition Dialogue“ in Berlin. Wie jedes Jahr gab es große Reden und Deutschland gab erneut den globalen Vorreiter der Energiewende und des Klimaschutzes.

Es stimmt schon: Deutschland hat im letzten Jahrzehnt tatsächlich eine herausragende Rolle eingenommen.

Innerhalb eines starken Jahrzehnts haben sich Solar- und Windstrom von einer sehr teuren Stromerzeugung zum weltweit kostengünstigsten Energieträgern entwickelt, auch durch die Anstrengungen der Deutschen. Deutschland war führend in der Solar-und Windstromtechnik.

Und heute ?

Inzwischen sind viele andere Nationen an Deutschland vorbeigezogen, zeigen ein wesentlich stärkeres Investitionsverhalten, haben offensivere politische Ziele und eine erfolgreichere Gesetzgebung. Eine seit Jahren fehlgeleitete Politik in Deutschland und der EU hat es China, USA und anderen Länder leicht gemacht die industrielle Hoheit im Solarsektor zu übernehmen.
Deutschland war auf dem besten Wege, Atomausstieg, erfolgreichen Klimaschutz und industrielle Weltmarktführerschaft miteinander zu verbinden. Doch die Gesetzgebungen der letzten Jahre haben diese erfolgreiche Entwicklung völlig ohne Not gestoppt und in der Erneuerbaren Energien-Industrie ein regelrechtes „Blutbad“ angerichtet.
Mit der momentanen Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien wird nur etwa die Hälfte des bis 2022 zu ersetzenden Atomstromes tatsächlich ersetzt werden können. Was bedeutet, dass dann der Atomausstieg nur mit Erhöhung der Klimagasemissionen erreicht werden kann.
Außerdem können so die angepeilten Effizienz- und Einsparungsziele der Bundesregierung nicht erfüllt werden. Der Primärenergieverbrauch ist im letzten Jahr sogar wieder gestiegen und damit auch der CO2-Ausstoß.Von der Erreichung von Klimaschutzzielen ist Deutschland – trotz  in Paris übernommener Verpflichtungen – weit entfernt, wie die Bundesregierung erst kürzlich selbst einräumen musste.

Ganz anders dagegen bei der Klimakonferenz 2016 in Marrakesch: Dort haben 48 Staaten beschlossen, ihre gesamte Energieversorgung zwischen 2030 und spätestens 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen.
In der aktuellen deutschen Politik gibt es über solche Ziele nicht einmal eine Diskussion.

 

Energiewende abgeschlossen ?

Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) hat die Deutsche Energiewende vorangebracht, weltweit wird es kopiert.

In Deutschland wurde das EEG in den letzten Jahren jedoch mehrfach novelliert, mit der Begründung die Kosten würden aus dem Ruder laufen. Jedes Mal wurde der Neuzubau erschwert und die Zielmarken nach unten korrigiert. Kosten wurden dabei nicht gespart. Nun steht die Nächste Novelle an, mit dem selben Ziel – weniger Zubau von Erneuerbaren Energien.

Ca. 30% des Stroms kamen letztes Jahr aus Erneuerbaren Energien. Für die Stromkonzerne, die 150 Jahre lang als Quasi-Monopolisten Traumrenditen erwirtschafteten und zu den mächtigsten Konzernen im Land gehörten, ist das viel zu viel. Mit den Erneuerbaren ist ihnen eine Konkurrenz erwachsen, die sie noch bis vor kurzem belächelten, die ihnen aber heute das Leben schwer macht, ja – zusammen mit dem Atomausstieg – ihre Existenz gefährdet.

Nun ist aber genug mit der Energiewende ist deshalb das Signal an die Politik. Die Versorungssicherheit sei in Gefahr, die Kosten viel zu hoch und außerdem seien Arbeitsplätze (bei den Stromkonzernen – im Bereich Erneuerbarer Energien entstehen dafür Neue) gefährdet. Und die Politik reagiert, die Konzerne sind noch immer mächtig und versorgen darüber hinaus traditionell Politpensionäre mit lukrativen Anschlussposten.

Blöde, dass nur mit einem schnelleren Ausbau der Erneuerbaren die international abgegebenen Klimaschutzversprechen eingehalten werden können, die Versorgungssicherheit (lt. Bericht der Bundesnetzagentur) in den letzten Jahren nicht schlechter, sondern besser wurde (trotz der Erneuerbaren) und das Kostenargument sich doch stark relativiert, schaut man an, was der so billige Atomstrom im Nachlauf noch so kosten wird.

Die Folgekosten des „billigen“ Atomstroms werden nämlich, das zeichnet sich bereits heute schon ab, zum Großteil nicht die Stromkonzerne zahlen, die damit Milliarden verdient haben, sondern Generationen von Steuerzahlern.

Die Energiewende dagegen ist noch lange nicht abgeschlossen, sie steht erst am Anfang. Nur mit ihr lassen sich die Klimaversprechen einhalten und – wenn sie klug gemacht ist – kostengünstig Energie erzeugen und neue Arbeitsplätze schaffen. Anstatt Geld den Öl- und Gaslieferanten zu überweisen, kommen die hierfür aufgewandten Milliarden der heimischen Wirtschaft zugute.

All dies ist bekannt. Aber mächtige Interessen stehen dem entgegen und mit der Behauptung, dass die Stromkosten mit mehr Energiewende weiter steigen würden, lässt sich auch gut gegen die Erneuerbaren schießen. Getreu dem Motto: Sparen, egal was es kostet.

 

Deutsche Welle: Weniger Klimaschutz mit neuem Energiegesetz?
SWR: Nur ein Anfang ist gemacht
DIW, Prof. Kemfert: Eine kluge Energiewende ist nicht zu teuer
ZEIT online: Wer zahlt für den Atomausstieg?
ARD – Sende-Hinweis: Die Macht der Stromkonzerne

„Energiewende nicht versenken“

ENERGIEWENDE NICHT VERSENKEN: Unter diesem Motto haben  Verbraucher und Privatpersonen eine Unterschriftenaktion gegen die geplante EEG-Reform der Bundesregierung gestartet. Online können sich nun alle beteiligen und ihre Unzufriedenheit mit dem geplanten Gesetz kundtun.

Die Politiker werden aufgefordert, die anstehende Novelle zu nutzen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zügig weiterzuführen, anstatt weiter abzuwürgen.

Bei der Photovoltaik wird wieder ein höherer Zubau gefordert, der wenigstens im „schon zu geringen Ausbaukorridor der Bundesregierung“ liegen sollte. Sowohl 2014 als auch 2015 ist der Photovoltaik-Zubau mit weniger als 1,5 Gigawatt klar unter diesem Ziel von jährlich rund 2,5 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung geblieben.

Zudem müsse es neue Vermarktungsmöglichkeiten für Grünstrom geben. Ein neues Vermarktungsmodell, das nach der EEG-Reform 2014 noch gefunden werden sollte, gibt es bis heute nicht.

Offensichtlich haben die Leute es satt, dass diese Regierung in der Energiewende genau das Gegenteil dessen macht, was sie in Sonntagsreden plakativ  „ins Schaufenster stellt“.

Auf dem Klimagipfel 2015 in Paris wurde beschlossen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Hierzu muss unsere gesamte Energieversorgung vollständig auf regenerative Energien umgestellt werden. Beim derzeitigen Tempo der Energiewende dauert das in Deutschland aber noch 140 Jahre. Das Tempo der deutschen Energiewende müsste also fast um den Faktor 5 gesteigert werden.  Zeit, endlich zu handeln meint auch der gebürtige Leonberger Volker Quaschning, Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin im Beitrag Wege zur Dekarbonisierung und zum Klimaschutz in Deutschland.

An der Unterschriftenaktion beteiligen kann sich jeder auf der Internetseite des Bundes der Energieverbraucher.

Link zu Protestbrief – an Unterschriftenaktion teilnehmen: Protestmail „Energiewende nicht versenken“

 

Klimaerwärmung: Aus den Augen, aus dem Sinn

Es ist gerade einmal einen Monat her, dass die Weltgemeinschaft sich gegenseitig hoch und heilig versprochen hatte nun endlich Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung zu ergreifen.

Rhetorisch besonders hervorgetan haben sich die Deutschen (Politiker), die sich so gerne auf der Weltbühne als Musterschüler präsentieren.

Jetzt, gerade einmal einen Monat später, zeigt sich, dass die riesigen Sprechblasen nichts als heiße Luft waren.

Anstatt das Projekt nun, wie verspochen, wirklich anzupacken regt sich heftiger Widerstand in der Regierungskoalition gegen den weiteren Ausbau umweltfreundlicher Erneuerbarer Energien.

Viel zu teuer, viel zu unsicher und überhaupt kommt der Ausbau des Leitungsnetzes nicht hinterher.

Alles wohl klingende, keineswegs neue Behauptungen, die aber längst widerlegt sind.

Und selbst wenn es so wäre. Der gemeine Bürger ist fasziniert was mit dieser Regierung alles plötzlich geht und wo auf einmal zig-Milliarden aus dem Nichts auftauchen, wenn ein als wichtig erachtetes politisches Ziel durchgesetzt werden soll.

Wahrscheinlich ist es zuviel verlangt auch die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen als „systemrelevant“ einzustufen – ist einfach zu teuer.

Greenpeace: Atom und Kohle werden deutlich höher subventioniert als erneuerbare Energien
Frankfurter Allgemeine: Energiesubventionen am Pranger
Rheinische Post: Ökostrom-Ausbau geht der Union zu schnell voran
Berliner Morgenpost: Koalitionskrach um Energiewende entbrannt
PV-MAGAZINE: Claudia Kemfert kritisiert Gespensterdebatte um Kosten der Energiewende
Klimaretter: BUND: „Energiewende am Scheideweg“

Klimagipfel: Bündnisse von Städten und Regionen

Die Klimaverhandlungsparteien haben sich in Paris darauf geeinigt, dass die Erderwärmung auf maximal 1,5 bis 2 Grad Celsius begrenzt werden soll.

Doch die Erdatmosphäre hat keinen Thermostat. Und per Beschluss alleine läßt sich das Ziel nicht erreichen.

Das „Wunder von Paris“ ist damit im besten Fall die Einsicht, dass die Zeit der Klimaverhandlungen vorbei und die Zeit der nationalen Handlungen gefordert ist.

Fossile Energien werden aber durch die Pariser Verträge in keiner Weise konkret limitiert.

Ihr Einfluss ist besonders offensichtlich in Deutschland, wo die Regierung das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) deformiert und damit die Energiewende gedrosselt hat. Der Ausbau der Solar- und Windenergie soll sogar durch ein planwirtschaftlich anmutendes Vergabesystem weiter massiv ausgebremst werden.

Jetzt ist die nationale Gesetzgebung gefordert, die vom „Bremser“ zum „Treiber“ werden muss. Mehr als einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen um das Versprechen von Paris einzuhalten kann sie jedoch nicht erreichen.

Denn: Der Umstieg auf Erneuerbare Energien erfolgt lokal und regional.

Und da sind die Zeichen positiv. Von der großen Welt wenig beachtet kamen in Paris nämlich – unter Führung von Kalifornien und Baden-Württemberg – Bündnisse zustande, die vermutlich mehr bewegen werden, als die große „Gipfelaufführung“. Innerhalb kürzerster Zeit schlossen sich dutzende Regionen und Gemeinden aus vielen Staaten der Initiative an.

Und auch auf Ebene der einzelnen Gemeinden tut sich etwas. Viele „normale“ Bürger haben die Zeichen der Zeit erkannt und engagieren sich. Sie wollen nicht länger zur Gattung „Homo Dummkopf“ gehören und sehenden Auges auf sich abzeichnende Katastophen warten.

Liebe Politiker, jetzt wird es eng. In Paris „bloß s‘ Maul aufreissa“ wird nicht reichen. Die Wähler werden Euch an Taten messen.

PV Magazine: In Paris ein spätes Erwachen: das Erneuerbare Zeitalter hat längst begonnen
Stuttgarter Zeitung: Der Tag der Allianzen in Paris
Stuttgarter Nachrichten: „Homo Dummkopf“ und das Warten auf Katastrophen

Historischer Klimavertrag kommt zustande

196 Staaten der Welt bekennen sich in Paris zum Klimaschutz.

Dies ist ein großer Erfolg, der beileibe nicht selbstverständlich war, und tatsächlich ein Grund zum feiern.

Doch bisher sind es nur Absichtserklärungen und Papier – und letzteres ist ja bekanntlich geduldig. Der Vertrag muss jetzt auch umgesetzt werden.

Nachstehend jubelnde und kritische Medien-Stimmen zur Einigung in Paris.

Tagesschau.de: Ein solides Fundament
DIE WELT: Jubel nach historischem Klimaabkommen
Deutsche Welle: Klimagipfel: „Wir haben es getan!“
Hans-Josef Fell:  Bewertung des Klimaschutzabkommens von Paris
Franz Alt: Mehr Klimaschutz für Kinder und Enkel
DIE ZEIT: Die To-do-Liste von Paris
PV Magazine:  Mehr Engagement beim Kohleausstieg von der Bundesregierung gefordert
Wirtschaftswoche: Der Klimavertrag ist eine Katastrophe
DER SPIEGEL: Klimagipfel-Vertrag: Freut Euch – aber nicht zu früh

Mehrheit in Deutschland will Kohleausstieg

Eine breite Mehrheit der Deutschen befürwortet den Kohleausstieg, wie er derzeit auf der Klimakonferenz gefordert wird um die Klimaerwärmung zumindest in einem erträglichen Rahmen zu halten.

Dass eine Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien bis 2050 möglich ist, hat bereits 2010 das Umwelt-Bundesamt mit einer Studie bestätigt.

Aktuell legt auch die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften eine Studie vor, die beweist, dass mit 100% Erneuerbaren Energien eine stabile und bezahlbare Stromversorgung möglich ist.

Deutsche Welle:  Mehrheit in Deutschland will den Kohleausstieg
Umwelt-Bundesamt (2010):  Energieziel 2050
Akademie der Technikwissenschaften: Stellungnahme zur Stromversorgung der Zukunft

Wie die Deutschen das Klimawunder verhandeln

Die Deutschen verhandeln in Paris das „Klimawunder“. Mit ihrem Vorschlag und Verhandlungsgeschick sind sie gerade dabei die „Dekarbonisierung“ der Welt durchzusetzen und uns damit alle vor der Klimakatasstrophe zu retten.

Wer als Deutscher den (unten verlinkten Artikel) liest, muss einfach Stolz sein auf seine Regierung und das handelnde Personal.

Es stimmt auch: Deutschland hat als erste Industrienation bereits vor 15 Jahren (unter der damaligen rot-grünen Regierung) den Aufbau sauberer Erneuerbarer Energien gefördert. Das hierfür ins Leben gerufene „Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)“ war vorbildlich und wurde von vielen Staaten weltweit übernommen. Der Erfolg kann sich sehen lassen.

Nach Fukushima wurde von der Regierung Merkel zwar vollmundig die „Energiewende“ ausgerufen, aber gleichzeitig der Zubau Erneuerbarer Energien massiv ausgebremst.

Laut „Klimakanzlerin“ sollte z.B. der Photovoltaik-Industrie auch mal eine Atempause gegönnt werden. Eine schöne Formulierung für die Strangulation (mit einsetzendem Atemstillstand) einer ganzen Branche mit der Folge massenhafter Insolvenzen und dem Verlust von tausenden Arbeitsplätzen.

Aber immerhin, es wurde erreicht was erreicht werden sollte: der Zubau umweltfreundlicher Solarstromanlagen sank von fast 8 GW im Jahr 2012 auf nunmehr gut 1 GW. Das früher im Bereich Solartechnik führende Deutschland hat längst seine Rolle an die Mitbewerber in Asien abgeben müssen.

Anderen Erneuerbaren Energien erging es in Deutschland nicht viel besser, auch sie wurden massiv zurechtgestutzt.

Und – jetzt sind wir wieder beim deutschen Drang die Welt zu dekarbonisieren – selbst eigene Anstrengungen zum Erreichen kohlenstofffreier Energieproduktion stark zurückfahren, weiter die Luft mit CO² aus  (vorwiegend Braun-) Kohlekraftwerken verpesten, aber andere belehren wollen.

Wasser predigen und Wein trinken.

Was in den letzten Jahren in Deutschland hinsichtlich CO²-Reduzierung tatsächlich getan wurde, darauf kann man wirklich nicht stolz sein – ganz im Gegenteil.

Der Verweis auf frühere Taten wird nicht reichen die Welt zu überzeugen – Führung durch Vorbild (Merkel in Eröffnungsrede zu Pariser Konferenz) ist angesagt !

Spiegel online: Wie die Deutschen das Klimawunder verhandeln
Deutsche Welle: Dynamik für Kohleausstieg in Europa?

Deutschlands holpriger Weg zum Klima-Musterknaben

Der Klimagipfel in Paris scheint ein Erfolg werden zu können. Die Unterhändler von fast 200 Staaten haben sich auf einen ersten Entwurf für ein Abkommen geeinigt.

Ob den Ankündigungen dann auch die entsprechenden Taten folgen, ist aber fraglich.

Mit dem Finger auf andere zu zeigen gilt nicht. Nach einer  Analyse des europäischen Climate Action Network müssen die CO2-Emissionen allein aus Europas Kohlekraftwerken dreimal schneller sinken als bisher, um die globale Erwärmung noch unter der wichtigen Marke von zwei Grad zu halten. Die 280 in der EU betriebenen Kohlekraftwerke stießen im vergangenen Jahr 762 Millionen Tonnen CO2 aus – fast ein Fünftel der Gesamtemissionen.

Auch und gerade Deutschland hat noch viele Hausaufgaben vor sich. Im Moment pusten die bundesweit 70 Kohlekraftwerke mehr als ein Viertel der Treibhausgase hierzulande in die Luft. Noch immer werden fast 44 Prozent der Energie in Deutschland mit der Verbrennung von Kohle produziert – von einer Industrie, die durch massive Subventionen aus Steuergeldern ihre Preise senkt.

Die 28 EU-Staaten haben den Ausbau der Kohle-Infrastruktur zwischen 1990 und 2007 mit insgesamt 200 Milliarden Euro subventioniert. Nur die Atomindustrie bekam mit 220 Milliarden Euro noch mehr. Spitzenreiter bei diesen Finanzspritzen ist Deutschland. Aus dem aktuellen Bundeshaushalt fließen rund 1,2 Milliarden Euro  als direkte Finanzhilfe (indirekte Vergünstigungen noch nicht mitgerechnet) alleine in den Steinkohlebergbau. Das Land Nordrhein-Westfalen schießt eine weitere halbe Milliarde Euro pro Jahr zu.

So wird  die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Klimaziel für 2020 verfehlen. Bis dann sollte der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent verringert sein. Doch: Auch bei der Förderung von Braunkohle steht Deutschland mit 183 Millionen Tonnen im Jahr 2013 weltweit auf Platz eins, noch vor China (147 Millionen Tonnen).

Der Weltwährungsfonds (IWF) hat die Regierungen dazu aufgerufen, den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas nicht weiter zu subventionieren. Die Staaten der Welt subventionieren fossile Energieträger in diesem Jahr mit 4,8 Billionen Euro. Die Summe entspricht 6,5 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts und übersteigt damit die globalen Ausgaben für Gesundheit.

Im Verhältnis hierzu ist die Förderung von Erneuerbaren Energien geradezu unbedeutend.

Würden alle Subventionen für „schmutzige Energieträger“ verschwinden, dann würde die Emission von Treibhausgasen um 17 Prozent zurückgehen, schätzt der Währungsfonds.

Doch dieser Appell verhallt auch in Deutschland bisher ungehört.

Würde unsere Kanzlerin die „schwäbische Hausfrau“ fragen, auf die sie sich gerne beruft, hätte diese sicherlich einen guten Rat: „Net schwätza, macha!“

Stuttgarter Nachrichten: Deutschlands holpriger Weg zum Klima-Musterknaben
Süddeutsche Zeitung: Darum muss Deutschland mehr für das Klima zahlen
BUND: Bundesumweltministerin Hendricks muss Verhandlungen voranbringen

Klimagipfel: Vorreiter Deutschland ?

Auch beim Klimagipfel in Paris stellt sich Deutschland wieder als Vorreiter in Sachen Klimaschutz dar. Die Begrenzung der Erderwärmung sei eine „Frage der Zukunft der Menschheit“, so die „Klimakanzlerin“ Merkel in Paris bei der Eröffnungsrede. Führung durch Vorbild und Verzicht auf fossile Energieträger sei das Gebot der Stunde.

Deutschland geht voran und beabsichtigt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Im Vergleich zu anderen Staaten ein beeindruckendes Ziel. Doch der Zeitraum ist clever gewählt. Er fällt „zufällig“ mit der deutschen Wiedervereinigung zusammen und alleine durch den massivem Wegfall dreckiger Industrien in der ehemaligen DDR wurde ohne eigenes Zutun einiges erreicht.

Trotzdem werden die selbst gesteckten Klimaziele kaum erreichbar sein, wie der letzte Monitoringbericht aufzeigt. Sonntagsreden alleine reichen nicht, handeln ist angesagt !

Und da wird es oberpeinlich. Die derzeitige Regierung handelt genau in die entgegengesetzte Richtung. Seit 2012 wurde der Ausbau Erneuerbarer Energien massiv zurückgedrängt. Biogas wurde praktisch der Garaus gemacht, der Zubau im Bereich Photovoltaik ging um über 80% zurück und vegetiert derzeit unter dem schon niedrig angesetzten Zielkorridor der Bundesregierung dahin.

Im Entwurf des EEG 2016 wird nun die Windkraft ins Visier genommen und Investitionen von Bürgergenossenschaften – bisher eine der tragenden Säulen der Energiewende – nahezu unmöglich gemacht.

Gleichzeitig erhalten Kohlekraftwerke, anstatt wie geplant eine Strafsteuer für CO²-Ausstoß zu zahlen, wie ursprünglich gefordert, zusätzliche Subventionen von 1,6 Mrd. €.

Man könnte die Liste noch lange fortführen.

Vorbilder in Sachen Klimaschutz für die Welt sehen jedenfalls anders aus und die anderen Staaten, deren Voraussetzungen oft deutlich schlechter sind, werden es merken.

Entscheidend dafür, ob die Menscheit eine Zukunft hat, wird nicht sein ob ein Vertrag mit hehren Zielen zustande kommt, sondern ob diese Ziele auch ernstaft verfolgt werden.

Frau Merkel, Sie haben recht. Es wird nur mit Führung durch Vorbild und Verzicht auf fossile Energieträger funktionieren.

Frau Merkel, Sie sind am Zug !

 

MDR: Merkel hat einen Ruf zu verlieren
ZDF: Merkel fordert Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas
Handelsblatt: Kohleausstieg bis 2040 nötig
ZEIT: Deutschland verbaselt seine Energiewende
ZEIT:  Morgen wird’s vielleicht zu heiß zum Überleben
FAZ:  Klimawandel: Das wird nichts mehr
Franz Alt: EEG-Novelle 2016

EEG-Umlage soll 2016 wieder steigen

Die EEG-Umlage soll im kommenden Jahr nach vorliegenden Pressemeldungen wieder ansteigen – auf einen Rekordwert von zu 6,39 Cent/kWh. Offiziell wird die Höhe der neuen Umlage von den Stromnetzbetreibern Mitte Oktober bekannt gegeben.

In der Öffentlichkeit wird die EEG-Umlage als „Subvention“ für Erneuerbaren Energien wahrgenommen, als Kosten der Energiewende. Es entsteht der Eindruck die Energiewende würde immer teurer (und tatsächlich wird die Strompreisrechnung für Privathaushalte und kleine Gewerbebetriebe höher).  Der schöne Begriff „Überförderung“ wird von manchem Politiker bald wieder zu hören sein.

Tatsache ist jedoch, dass der Zubau erneuerbarer Energie und die hierfür bezahlten Vergütungen pro kWh in den letzten Jahren massiv zurückgegangen sind.

Woher kommt dann die Erhöhung ? Um dies nachvollziehen zu können muss man sich etwas näher mit der Konstruktion des EEG, den Zusammenhängen und den politischen Einflussnahmen beschäftigen.

Hier einige Fakten zum EEG:

1) Subventionen
Die EEG-Umlage für den Ökostrom ist keine Förderung oder Subventionierung aus Staats- bzw. Steuermitteln. Der Staat legt beim EEG lediglich, wie beim Mindestlohn die Lohnuntergrenze, die Mindestpreise für den Strom aus erneuerbaren Energien fest. Während bei den erneuerbaren Energien häufig von Förderung und Subventionierung des Stroms gesprochen wird, käme niemand auf die Idee, im Fall von Mindestlöhnen von geförderten oder subventionierten Arbeitsplätzen zu reden.

2) Ermittlung der EEG-Umlage
Betreiber von regenerativen Anlagen  erhalten je eingespeister Kilowattstunde einen vom Gesetzgeber festgelegten Vergütungsbetrag oder einen Aufschlag auf den Börsenstrompreis. Der Ökostrom muss zwangsweise an der Börse verkauft werden (so eingeführt vom damaligen Umweltminister Gabriel), die Einnahmen werden auf ein von den Stromnetzbetreibern geführtes EEG-Konto eingezahlt. Der Fehlbetrag zu den bezahlten Vergütungen ist die EEG-Umlage (nicht die in Medien häufig angegebene Brutto-Vergütungszahlung) an die Betreiber. Das ist falsch und führt zu einem vezerrten Bild über die wahre Höhe der EEG-Umlage.
Nachdem in den letzten Jahren der Börsenstrompreis (auch durch die erneuerbaren Energien) stark gefallen ist, ergibt sich – trotz deutlich gesenkter Einspeisevergütungen – ein höherer Fehlbetrag. Dies führt zum „EEG-Paradoxon“: Je geringer der Strompreis (an der Börse), desto höher die EEG-Umlage. 

 3) Immer mehr Ausnahmen/Befreiungen für  Großverbraucher
Stromintensive Firmen zahlen 0,05 ct/kWh Strom EEG-Umlage (Privatkunde: 2015: 6,17 ct/kWh). Anfang 2013 wurde die Ermäßigungsgrenze durch den Gesetzgeber von 10 GWh auf 1 GWh gesenkt.
Weil sich damit die Zahl der begünstigten Firmen deutlich erhöht, fallen Einzahlungen auf das EEG-Umlagekonto deutlich geringer aus und die Umlage wird auf immer weniger Schultern verteilt.
Die sprunghaft gestiegenen Ausnahmen 2013 oder 2014 führen somit zu einer höheren Umlage für den verbleibenden Rest der Stromverbraucher. Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind diese finanziellen „Subventionen“ der Großabnehmer und Industrie durch die EEG-Ausnahmen im Jahr 2014 erneut um 1,1 Milliarden auf 5,1 Milliarden Euro  gestiegen. Das sind bereits rd. 30 Prozent der EEG-Kernumlage, die fehlen und von den übrigen Stromverbrauchern mitbezahlt werden müssen.

Für alle, die sich näher über das Thema informieren wollen, haben wir nachfolgend einige Links z.B. zu Beiträgen des IWR zur Verfügung gestellt. Diejenigen, die sich eher unreflektiert und ohne Beleuchtung der Hintergründe „informieren“ möchten, verweisen wir auf die Wirtschaftspresse.  Auch hier gerne Links zu „Handelsblatt“ und FAZ.

IWR: Erneuerbare Energien werden subventioniert – Staat zahlt keinen Cent
IWR: Strompreise für Verbraucher steigen – Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs
Klimaretter: Es fehlt ein echter Kostenindikator
FAZ: Die Energiewende wird wieder teurer
Handelsblatt: EEG-Umlage steigt auf neuen Rekordwert

LED-Straßenbeleuchtung: Ein Vorbild für Deutschland

Indien, das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt, will innerhalb der nächsten zwei Jahre alle Straßenleuchten mit LED-Leuchtmitteln ausstatten.

Die Kosten liegen bei fast 400 Millionen US-Dollar, allerdings werden damit auch über zehn Milliarden kWh pro Jahr eingespart. Schon im ersten Jahr ist dadurch die Investition wieder hereingespielt. Jedes folgende Jahr werden die öffentlichen Haushalte durch die nun geringer anfallenden Kosten entlastet.

In Deutschland waren, so eine Studie von PwC, Ende 2014 erst elf Prozent der neun Millionen Leuchten bereits auf LED umgestellt. Entsprechend urteilten die Autoren: “Unterm Strich ist die öffentliche Beleuchtung in Deutschland veraltet.”

Die böse Energiewende

Die böse Energiewende vernichtet den Stolz der deutschen Wirtschaft. Gabriel schwingt mit seinen wiederholten Attacken auf Eon und RWE die politische Abrissbirne.

So durften wir kürzlich in so renommierten Zeitungen wie z.B. Handelsblatt und Wirtschaftswoche lesen.

Kritisiert wird, dass die großen Energieversorger aufgrund der „über Nacht“ ausgerufenen Energiewende weniger Gewinn machen. Gleichzeitig drücken enorme Kosten für den Rückbau von Kernkraftwerken und die Lagerung von Atommüll. Den schönen Plan von Eon sich dieser Kosten  durch Auslagerung in eine „Bad Bank“ zu entledigen, will Minister Gabriel mit einem neuen Haftungsgesetz durchkreuzen.

Die Artikel sind wieder absolut identisch. Wieder platziert in angesehenen (warum eigentlich angesehen ?) Blättern.

Liebe Presseabteilungen der Energieversorger ! Vor kurzem waren wir noch voller Hochachtung dafür, wie ihr es schafft mit – sagen wir es freundlich – einseitiger Sicht Stimmungsmache zu betreiben. Jetzt übertreibt ihr es aber !

Mit Verlaub, so doof, für wie ihr sie haltet, sind die Leser nun doch nicht. Kaum zu glauben, dass Menschen, die eine „freie Presse“ fordern, so etwas drucken.

Ganz kurz und ohne ins Detail zu gehen zu den Fakten:

Überraschende Energiewende

Die Energiekonzerne hatten bereits vor mehr als einem Jahrzehnt den Atomausstieg mit der Regierung Schröder vereinbart, von Überraschung kann also keine Rede sein. Anstatt sich für die Zeit nach der Atomkraft neue Geschäftsfelder aufzubauen, hat man sich auf politische Einflussnahme verlassen und von der frühen Regierung Merkel auch die gewünschte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke erhalten.
Alles gut, die Milliardengewinne konnten weitersprudeln, ohne dass man sich Gedanken um die Zunkunft und schon gar nicht die Entsorgung von Atommüll machen musste. Alles wieder weit in der Zukunft. Dann kam Fukushima – blöde gelaufen.

Haftung für Rückbaukosten – die politische Abrissbirne

Jahrzehntelang wurde Atomstrom als konkurrenzlos billig, sicher und CO²-frei verkauft und damit von den Energiekonzernen Milliarden verdient. Notwendiger Rückbau und jahrtausendelange Lagerung von Atommüll wurde einfach ausgeblendet.
Sprachen Kritiker diese unkalkulierbaren Kosten an, wurden sie auf die milliardenschwere Rückstellungen der Energiekonzerne verwiesen, die „locker“ hierfür ausreichen sollen. Obwohl das auch heute noch so behauptet wird, ist allen klar, dass die Rückstellungen nur buchmäßig (in dieser Höhe) vorhanden sind und schon gar nicht ausreichen werden. Nachdem nun mal jeder für das haften muss, was er anrichtet, keine guten Aussichten für Eon, RWE & Co.

Die Lösung: Atomkraftwerke schnell in eine andere Gesellschaft ausgliedern, 5 Jahre warten und schon ist die Haftung nach deutschem Recht erloschen. Soll doch die neue Gesellschaft pleite gehen, dann hat man die Milliardengewinne der Vergangenheit selbst eingestrichen und die Verluste dem Steuerzahler aufgedrückt – gute Idee !

Und jetzt kommt Herr Gabriel und will das nicht zulassen – will eine „Ewigkeitshaftung“ für „Ewigkeitskosten“ einführen. Eine echte Frechheit !

Natürlich war es nie beabsichtigt sich vor Kosten zu drücken, führt Eon nun aus und rudert zurück, will aber gleichzeitig gegen das neue Gesetz klagen.

Egal wie es ausgeht:  Am Ende werden Generationen von Steuerzahlern riesige Kosten für die Lagerung von Atommüll zahlen, der durch die Produktion des billigen (?) Stroms angefallen ist und den Aktionären hohe Renditen garantiert hat. Und: Schuld hat die Energiewende.

Gewinne privatisieren – Kosten sozialisieren und über die Ungerechtigkeit der Welt klagen.

Energiewende kostet Stromkunden 28 Milliarden Euro

Größte Hochachtung vor der konventionellen Energiewirtschaft !

Na ja, um genau zu sein, für deren Presseabteilungen. Im wöchentlichen Rhythmus werden Schreckensnachrichten zur „Energiewende“ in großen, sogenannten seriösen Zeitungen verbreitet und Herr Grillo vom Bund der deutschen Industrie (BDI) und andere schlagen (wie immer) Alarm.

Dieses Mal muss ein Gutachten des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) herhalten, das ermittelt hat, dass ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden 270 Euro im Jahr für die Umsetzung der Energiewende zahlt.

Es soll hier gar nicht näher darauf eingegangen werden, dass sogar das IW ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich dabei nicht um einen systemischen Vergleich konventioneller und erneuerbarer Stromerzeugung handelt, was in der öffentlichen Wahrnehmung aber leider untergeht.

Auch, dass das IW in einer anderen Studie errechnet hat, dass „jeder Haushalt mit gut 20 Euro für den sogenannten Kohlekompromiss (anstatt der geplanten, von der Energiewirtschaft zu zahlenden Klimaabgabe) dabei ist“  (in den genannten 270 Euro selbstverständlich enthalten) oder, dass die von Herrn Grillo vertretenen Unternehmen meist weitgehend von Umlagen befreit sind (was dafür auf die Haushalte umgelegt wird) und sich über einen der niedrigsten Industriestrompreise in Europa freuen können, soll nicht näher erläutert werden.
Ebenso wenig, dass die Netzbetreiber einkassierte aber nicht verbrauchte Umlagen in Höhe von fast 4 Mrd. (ebenfalls in den 270 Euro enthalten) Euro horten.

Das in letzter Zeit grassierende Schlagwort „Lügenpresse“ ist sicherlich falsch, aber weshalb man für unrecherchierte und unreflektierte Artikel in Zeitungen wie Handelsblatt, FAZ und Konsorten Geld ausgeben soll, erschließt sich eben auch nicht – kostenlos gibt es das selbe zum Thema bei den entsprechenden Lobby-Verbänden

Für alle, die sich ein eigenes Bild machen wollen, nachstehend entsprechende Links.

Prof. Kempfert: Mythen der Energiewende
Der Klima-Lügendetektor: Handelsblatt: Die falsche Umlage
Institut der deutschen Wirtschaft: Ein Strommarkt für die Energiewende
FÖS-Studie (pdf): Was Strom wirklich kostet

Hitzewelle treibt Stromkosten in die Höhe

Hitzewelle treibt Stromkosten in die Höhe – Hitzewelle sorgt für Millionenkosten im Stromnetz ! So oder ähnlich titelten fast alle deutschen Medien von Tageszeitungen über Magazine bis hin zu Fernsehen und Rundfunk.

Und wer hat Schuld für die Kostenexplosion ? Natürlich die Photovoltaik, die die Stromnetze „verstopft“. Für Verbraucher wird es teuer, weil zahlreiche Netzeingriffe nötig sind, aufgrund des „drastischen Anstiegs von Solarstrom“.

Woher der „drastische Anstieg“ kommt, bleibt unklar, insbesondere weil in den letzten beiden Jahren der Photovoltaik-Zubau um fast 80% zurückgegangen ist. Und, dass im Sommer auch einmal die Sonne scheinen könnte, damit konnte wirklich niemand rechnen.

Eine kleine Auswahl dieser Meldungen stellen wir nachstehend als Links zur Verfügung. Ein kleiner Tipp: wenn Sie eine Meldung gelesen haben, kennen Sie alle – es ist immer der selbe Text.

Ein Schelm, der hier sofort an eine groß angelegte Medienkampagne denkt und sich wundert, dass heutzutage nicht mehr recherchiert, sondern offensichtlich nur noch „nach Vorlage“ gearbeitet wird.

Nicht, dass die Aussagen generell falsch wären, nur die Schlussfolgerung, wodurch die Kosten auslöst werden, ist – freundlich ausgedrückt- etwas einseitig.

Richtig ist, dass die Stromversorger bei höherem Anfall von erneuerbarem Strom die Leistung ihrer konventionellen Kraftwerke drosseln müssen, was bei diesen Kosten und Gewinneinbußen verursacht. Und es entspricht den Tatsachen, dass die Energieversorger politisch durchgesetzt haben, diese Kosten umlegen zu dürfen. Also Kosten für nicht produzierten und nicht verkauften Strom (teilweise) an die Verbraucher weitergeben können. Tatsache ist somit auch, dass dies die Stromkosten für (fast) alle erhöht – ob dies auch richtig ist, ist eine Frage des Standpunkts.

In seinem Gastkommentar für das PV-Magazine beschreibt Florian Kipp das so: „Dies ist etwa so, wie wenn Sie trotz Sommerhitze Ihren Heizöllieferanten für nicht verbrauchtes Öl bezahlen müssten. So einen Vertrag schließt wohl kein normaler Mensch ab ! “ (unsere Politik schon)

Die Headlines hätten deshalb auch lauten können: Erzeuger von konventionellem Strom kassieren Verbraucher ab, obwohl sie gar nicht liefern (müssen).

Aber, dies ist wie gesagt eine Frage des Standpunkts oder des in eine gute Lobbyarbeit investierten Geldes.