Strompreis klettert auf Rekordhoch

Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte stieg in den letzten sieben Monaten auf noch nie dagewesene Höchstpreise.
Mit einer Erhöhung von durchschnittlich 5 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang ist der Preis für eine Kilowattstunde Strom auf derzeit 29,42 Cent gestiegen. Diese Strompreiserhöhung bestätigten auch Vergleichs- und Vermittlungsportale wie Verivox und Check24.

Etwa zwei Drittel der 826 Stromgrundversorger in Deutschland erhöhten ihre Strompreise in den ersten drei Monaten des Jahres 2019. Weitere 62 dieser Grundversorger möchten für die Monate April und Mai ihre Preise erhöhen. Für die nächste Zeit ist kein Ende der Strompreissteigerungen in Sicht – Experten rechnen vielmehr mit einem weiteren Anstieg.

Quelle: n-tv

Geldbereitstellung für Energie – und Klimafonds

Für 2019 erhöht die Bundesregierung die Gelder für den Energie- und Klimafonds auf 4,5 Milliarden Euro. Der Fonds wurde 2011 ins Leben gerufen und jährlich neu über die zur Verfügung stehenden Mittel verhandelt.

Für die Zukunft sollen dabei viele Speichertechnologien für Wärme, Strom und weitere Energieträger zur Verfügung stehen, als auch die Speicher- und Batteriezellenfertigung unterstützt werden. Des Weiteren sollen die Gebiete der Energieeffizienz, Gewinnung von Wärme aus erneuerbaren Energien und die CO2-Gebäudesanierung verbessert werden. Auch wird durch den Fonds die zunehmende Elektromobilität vorangetrieben.

Da die Forschung und Entwicklung im Bereich der Energietechnik immer mehr an Wichtigkeit gewonnen hat ist dies nun nicht mehr Teil des Energie – und Klimafonds, sondern wird über einen Einzelplan mit 773 Millionen Euro finanziert.

Quelle: pv-magazine

Maßnahmenpaket für Energiewende und Klimaschutz

Die Experten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), der deutschen Wissenschaftsakademien (ESYS) und der deutschen Energie-Agentur (Dena) haben konkrete Empfehlungen für die Energiewende in Deutschland vorgelegt. Die Institutionen fordern den jährlichen Nettozubau der erneuerbaren Energien auf mindestens sechs Gigawatt zu steigern.

Bereits in den kommenden Monaten solle ein umfassendes Maßnahmenpaket den Grundstein für umfangreiche Investitionen legen. Die Akademien, BDI und Dena haben bereits unabhängig voneinander mehrere Grundsatzstudien zur Machbarkeit der Energiewende vorgelegt. Um das Energiesystem klimafreundlich und Strom zum dominierenden Energieträger zu machen, brauche es vielfältige Technologien für kurzfristige Flexibilität – von Batterien in Elektroautos und Wärmepumpen über thermische Speicher und Power-to-X-Anlagen bis zum Demand Side Management.

 

Quelle: pv magazine

Aus Kohle wird Photovoltaik und Windkraft

Laut dem 336 Seiten umfassenden Abschlussbericht, den die sogenannte Kohlekommission am Samstag vorgelegt hat, soll Deutschland bis spätestens Ende 2038 die Kohleverstromung beenden.

Die Unternehmen Vattenfall, Baywa re, Solarpraxis und Wattner wählten diesen Zeitpunkt, um nochmals auf die Ergebnisse des vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Bericht „Erneuerbare-Energien-Vorhaben in den Tagebauregionen“ aufmerksam zu machen. Sie weisen auf das große Potenzial der Tagebauflächen hin, da es sich um Kraftwerksstandorte mit Netzanschluss und bereits bergbaulich genutzte Fläche handele.

Ab 2020 könnten demnach auf den Tagebauflächen ohne jegliche Förderung Photovoltaik-, Windkraft- und Hybridkraftwerke realisiert und gleichzeitig der Charakter der Kohlereviere als Energieregion bewahrt werden, werben die Unternehmen für ihre Idee.

Quellen:

https://www.pv-magazine.de/2019/01/25/aus-kohle-wird-photovoltaik-und-windkraft-ganz-ohne-foerderung/

https://www.pv-magazine.de/2019/01/28/deutschland-soll-bis-2038-aus-der-kohleverstromung-aussteigen/

Erstmals mehr Leistung bei erneuerbaren als bei fossilen Energieträgern installiert

Die Marktkonzentration bei der konventionellen Stromerzeugung nimmt weiter ab.

Aus dem kürzlich veröffentlichten jährlichen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten geht hervor, dass in Deutschland 2017 mit 112,5 Gigawatt erstmals mehr Erzeugungsleistung aus erneuerbaren als aus konventionellen Energieträgern (105,1 Gigawatt) installiert wurde.

Auch der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung (insgesamt 601,4 Terawattstunden) ist im Jahr 2017 auf 36% gestiegen – in diesem Jahr wird ein Anstieg auf 39% erwartet.

Quellen: photon.info, pv-magazine

Weltweiter Trend setzt sich fort: Über 100 Städte werden bereits mit mindestens 70% Ökostrom versorgt

Bereits  mehr als 100 Städte der Industrienationen, darunter Vancouver, Montreal und Stockholm, aber auch viele Städte in Entwicklungsländern, wie zum Beispiel  die kenianische Hauptstadt Nairobi, werden mit mindestens 70% Ökostrom versorgt !

Über 40 Städte, zu diesen gehören unter anderem Reykjavik und Basel, haben bereits das Ziel der Vollversorgung durch saubere Energie erreicht.

Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch: Deutschland, einstiger  Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien,  ist mit keiner einzigen Stadt in der Liste vertreten.

Ein Beispiel kann Deutschland sich an den Briten nehmen – am 01. März verkündeten  80 britische Städte, darunter Manchester, Birmingham, Newcastle, Glasgow und 16 Londoner Stadtteile, bis spätestens 2050 die Vollversorgung durch saubere Energie zu realisieren.

Quelle: pv magazine

Sinkende Investitionskosten und steigende Strompreise machen Photovoltaikanlagen immer attraktiver

Beim gewerblichen Solaranlagenbetreiber haben sich die Prioritäten, die lange bei den Renditeerwartungen lagen, in Richtung Eigenverbrauch verschoben.

Laut einer aktuellen Studie der EuPD Research, wird der Beweggrund Eigenstromnutzung von gut 60% der Kunden als ausschlaggebendes Kriterium für die Installation einer gewerblich genutzten Photovoltaikanlage aufgeführt. Diese Angaben beziehen sich auf die Inbetriebnahme ab Mitte 2016 und lassen sich mit den stetig steigenden Stromkosten und den gleichzeitig immer weiter sinkenden Investitionskosten für eine Solaranlage begründen.

pv magazine: Gewerbe setzt auf Photovoltaik-Eigenverbrauch

EEG-Umlage sinkt 2018

Der Strompreis an der Börse ist 2017 gestiegen – gut für Privathaushalte und kleine Gewerbetreibende, denn deshalb sinkt 2018 die EEG-Umlage.

Verkehrte Welt ? Nein, Politikerlogik !

Für eine neue Regierung bleibt viel zu tun um die dringend notwendige Energiewende endlich sinnvoll zu gestalten.

FOCUS online: Ökostrom-Umlage sinkt 2018
Phovoltaik: Die Aufgaben für Jamaika

Solarenergie wächst weltweit stärker als Atom- und Kohlekraft

Photovoltaik wächst weltweit schneller als jede andere Art der Energieerzeugung. Dies geht aus dem neuesten Bericht der IEA (Internationale Energie Agentur) hervor.

Im vergangenen Jahr gingen weltweit fast 165 Gigawatt Erneuerbare-Energien-Leistung ans Netz. Bis 2022 werde die neu installierte Leistung um rund 1.000 Gigawatt wachsen, »was etwa der Hälfte der heutigen globalen Kapazität im Kohlekraftwerksbereich entspricht, die in 80 Jahren aufgebaut wurde«, sagte Fatih Birol, Geschäftsführer der IEA.
Zwei Drittel würden bis 2022 China, Indien sowie die USA  zum weltweiten Ausbau beitragen.

Hauptgrund ist, dass die Strompreise von Solarkraftwerken deutlich gesunken sind und mit anderen Energieerzeigungsformen durchaus mithalten können. In einigen Regionen sind die Solarstromerzeugungskosten bereits deutlich niedriger als die Erzeugungskosten neu gebauter Gas- und Kohlekraftwerke.

In Deutschland dagegen, obwohl von hier viele technische Innovationen ausgingen, Deutschland einst Weltmarktführer war und viel EEG-Geld in die Anschubförderung gesteckt wurde, wird seit 2012 der Zubau politisch massiv gebremst – trotz niedriger Kosten und möglichem Beitrag zur Lösung des CO²-Problems.

Bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung Fakten über Ideologie stellt, denn wer richtig rechnet und alle Kosten einbezieht, kommt an günstigem Solarstrom nicht vorbei.

Spiegel online: Solarenergie wächst weltweit stärker als Atom- und Kohlekraft
PV Magazine: IEA läutet neue Photovoltaik-Ära ein
Photon Info: Photovoltaik wächst weltweit schneller als jede andere Art der Energieerzeugung

Der Planet schlägt zurück – die Politik kümmert das aber nicht

David Wallice-Wells, Redakteur des renommierten NEW YORK MAGAZINE, stellt in seinem Beitrag „DER PLANET SCHLÄGT ZURÜCK“ dar, was über den Klimawandel gesichert bekannt ist und welche dramatischen Auswirkungen dieser bereits jetzt und vor allem in bereits naher Zukunft für die Menschheit haben wird.

Wer sich damit beschäftigt muss zum Schluss kommen: Es muss etwas geschehen, global, sofort, mit höchster Priorität.

Es betrifft uns alle, vor allem unsere Kinder und Enkel, und es wird unsere Zukunft verändern – sicher nicht zum Guten.

Und was hört man darüber in Deutschland, gerade jetzt in Wahlkampfzeiten: NICHTS !

Umweltschutz und Energiepolitik scheint in der politischen Diskussion überhaupt nicht vorzukommen.

Nur isoliert erhitzt das Thema „Dieselaffäre“ die Gemüter. Das ist in etwa so, als ob man sich über den Ruß einer Kerze beschwert, während bereits das ganze Haus brennt.

Schaut man in die Programme der Parteien, so scheint Umwelt und Energiepolitik ein lästiger Unterpunkt. Die AfD hält von dem Thema sowieso nichts und die FDP ist weiterhin der Meinung der Markt wird’s schon richten.

Der Markt hat es gerichtet, über die letzten 100 Jahre uns dahin gebracht, wo wir heute stehen.

Lesen Sie diesen interessanten Artikel und informieren Sie sich im „Energiepolitischen Parteiencheck“ des GIH über die Energie- und Umweltpolitik der Parteien.

David Wallace-Wells: Der Planet schlägt zurück
GIH: Energiepolitischer Parteiencheck zur Bundestagswahl 2017


Umfrage: 95 % der Deutschen für Ausbau von Ökostromanlagen

Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien. Laut Umfrage des EMNID-Instituts halten 95% der Deutschen eine stärkere Nutzung von Ökostrom-Kraftwerken für wichtig oder sogar sehr wichtig.

Die Politik dagegen bremst den Ausbau seit 2012 erheblich. Die tiefen Einschnitte in der Zeit der schwarz-gelben Koalition wurden auch von der derzeitigen Regierungskoalition nicht wieder zurückgenommen.

Bei der bevorstehenden Bundestagswahl können die Bürger nun entscheiden, ob sie künftig wieder eine zukunftsorientierte Energiepolitik, die Umweltschutz und Erhalt unserer Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellt, wünschen. Oder doch eine eher rückwärtsgewandte, die vielleicht momentan weniger kosten würde, dafür aber unseren Kindern teure Folgeschäden aufbürdet und die Technologieführerschaft Deutschlands in einem riesigen Zukunftsmarkt gefährdet.

Eine Übersicht über die Wahlprogramme der Parteien finden Sie auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung.


Bundestagswahl: Wie stehen die Parteien zur Energiewende

In wenigen Wochen ist Bundestagswahl. Damit werden die Weichen für die nächsten 4 Jahre gestellt, nicht nur, aber auch für die Energie- und Umweltpolitik. In ihren Wahlprogrammen zeigen die Parteien auf, was sie planen, sollten sie das Mandat der Wähler erhalten.

Wer genau liest und die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, bleibt leider verwirrt zurück.

Wird derzeit nicht heftigst über Luftverschmutzung diskutiert, wurden nicht unlängst große Versprechungen beim Weltklimagipfel abgegeben ?

Und was steht in den Wahlprogrammen ?

Es klingt fast als würde dort von einigen laut gerufen:
Bitte belästigen Sie mich nicht mit Fakten, ich habe meine eigene Meinung ! Und überhaupt: was geht mich mein Geschwätz von gestern an ?

Machen Sie sich am besten Ihr eigenes Bild !

haustec.de: Was die Parteien nach der Bundestagswahl planen
Landeszentrale für politische Bildung: Übersicht über die Wahlprogramme
Spiegel online: Studie: Fotovoltaik, die unterschätzte Technik
Süddeutsche Zeitung -Wissen: Pflastert Deutschland endlich mit Solaranlagen

Fossile-Energien-Umlage 10,2 Cent pro kWh

Nach einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zu Subventionen in Kohle, Öl und Gas müssten die deutschen Stromverbraucher eine Umlage in Höhe von 10,2 Cent pro kWh zahlen, wenn diese – wie die EEG-Umlage – über den Strompreis verrechnet würde. Da die Subventionen aber direkt aus dem Haushalt, also i.d.R. über Steuern, finanziert werden, fällt dies in der Öffentlichkeit nicht auf.

Die offen ausgewiesene EEG-Umlage, die derzeit für den normalen Stromverbraucher „nur“ 6,88 Cent/kWh beträgt (auch weil immer mehr große Stromverbraucher teilweise hiervon befreit wurden), wird dagegen insbesondere von der FDP und Teilen der CDU/CSU als viel zu hoch kritisiert.

Dies obwohl die mit der EEG-Umlage geförderten Erneuerbaren Energien maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, während die Nutzung fossiler Energieträger das Problem Klimaerwärmung weiter verschärft.

Bereits 2009 haben sich die Staaten, auch die Bundesrepublik Deutschland, auf einem G20-Gipfel in den USA verpflichtet, die fossilen Subventionen zu beenden. Passiert ist bisher (seit 18 Jahren) nichts/wenig.

Energiewende – wo ?

Am 20. und 21. März traf sich die Welt wieder zum „Energy Transition Dialogue“ in Berlin. Wie jedes Jahr gab es große Reden und Deutschland gab erneut den globalen Vorreiter der Energiewende und des Klimaschutzes.

Es stimmt schon: Deutschland hat im letzten Jahrzehnt tatsächlich eine herausragende Rolle eingenommen.

Innerhalb eines starken Jahrzehnts haben sich Solar- und Windstrom von einer sehr teuren Stromerzeugung zum weltweit kostengünstigsten Energieträgern entwickelt, auch durch die Anstrengungen der Deutschen. Deutschland war führend in der Solar-und Windstromtechnik.

Und heute ?

Inzwischen sind viele andere Nationen an Deutschland vorbeigezogen, zeigen ein wesentlich stärkeres Investitionsverhalten, haben offensivere politische Ziele und eine erfolgreichere Gesetzgebung. Eine seit Jahren fehlgeleitete Politik in Deutschland und der EU hat es China, USA und anderen Länder leicht gemacht die industrielle Hoheit im Solarsektor zu übernehmen.
Deutschland war auf dem besten Wege, Atomausstieg, erfolgreichen Klimaschutz und industrielle Weltmarktführerschaft miteinander zu verbinden. Doch die Gesetzgebungen der letzten Jahre haben diese erfolgreiche Entwicklung völlig ohne Not gestoppt und in der Erneuerbaren Energien-Industrie ein regelrechtes „Blutbad“ angerichtet.
Mit der momentanen Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien wird nur etwa die Hälfte des bis 2022 zu ersetzenden Atomstromes tatsächlich ersetzt werden können. Was bedeutet, dass dann der Atomausstieg nur mit Erhöhung der Klimagasemissionen erreicht werden kann.
Außerdem können so die angepeilten Effizienz- und Einsparungsziele der Bundesregierung nicht erfüllt werden. Der Primärenergieverbrauch ist im letzten Jahr sogar wieder gestiegen und damit auch der CO2-Ausstoß.Von der Erreichung von Klimaschutzzielen ist Deutschland – trotz  in Paris übernommener Verpflichtungen – weit entfernt, wie die Bundesregierung erst kürzlich selbst einräumen musste.

Ganz anders dagegen bei der Klimakonferenz 2016 in Marrakesch: Dort haben 48 Staaten beschlossen, ihre gesamte Energieversorgung zwischen 2030 und spätestens 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen.
In der aktuellen deutschen Politik gibt es über solche Ziele nicht einmal eine Diskussion.

 

Energiewende abgeschlossen ?

Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) hat die Deutsche Energiewende vorangebracht, weltweit wird es kopiert.

In Deutschland wurde das EEG in den letzten Jahren jedoch mehrfach novelliert, mit der Begründung die Kosten würden aus dem Ruder laufen. Jedes Mal wurde der Neuzubau erschwert und die Zielmarken nach unten korrigiert. Kosten wurden dabei nicht gespart. Nun steht die Nächste Novelle an, mit dem selben Ziel – weniger Zubau von Erneuerbaren Energien.

Ca. 30% des Stroms kamen letztes Jahr aus Erneuerbaren Energien. Für die Stromkonzerne, die 150 Jahre lang als Quasi-Monopolisten Traumrenditen erwirtschafteten und zu den mächtigsten Konzernen im Land gehörten, ist das viel zu viel. Mit den Erneuerbaren ist ihnen eine Konkurrenz erwachsen, die sie noch bis vor kurzem belächelten, die ihnen aber heute das Leben schwer macht, ja – zusammen mit dem Atomausstieg – ihre Existenz gefährdet.

Nun ist aber genug mit der Energiewende ist deshalb das Signal an die Politik. Die Versorungssicherheit sei in Gefahr, die Kosten viel zu hoch und außerdem seien Arbeitsplätze (bei den Stromkonzernen – im Bereich Erneuerbarer Energien entstehen dafür Neue) gefährdet. Und die Politik reagiert, die Konzerne sind noch immer mächtig und versorgen darüber hinaus traditionell Politpensionäre mit lukrativen Anschlussposten.

Blöde, dass nur mit einem schnelleren Ausbau der Erneuerbaren die international abgegebenen Klimaschutzversprechen eingehalten werden können, die Versorgungssicherheit (lt. Bericht der Bundesnetzagentur) in den letzten Jahren nicht schlechter, sondern besser wurde (trotz der Erneuerbaren) und das Kostenargument sich doch stark relativiert, schaut man an, was der so billige Atomstrom im Nachlauf noch so kosten wird.

Die Folgekosten des „billigen“ Atomstroms werden nämlich, das zeichnet sich bereits heute schon ab, zum Großteil nicht die Stromkonzerne zahlen, die damit Milliarden verdient haben, sondern Generationen von Steuerzahlern.

Die Energiewende dagegen ist noch lange nicht abgeschlossen, sie steht erst am Anfang. Nur mit ihr lassen sich die Klimaversprechen einhalten und – wenn sie klug gemacht ist – kostengünstig Energie erzeugen und neue Arbeitsplätze schaffen. Anstatt Geld den Öl- und Gaslieferanten zu überweisen, kommen die hierfür aufgewandten Milliarden der heimischen Wirtschaft zugute.

All dies ist bekannt. Aber mächtige Interessen stehen dem entgegen und mit der Behauptung, dass die Stromkosten mit mehr Energiewende weiter steigen würden, lässt sich auch gut gegen die Erneuerbaren schießen. Getreu dem Motto: Sparen, egal was es kostet.

 

Deutsche Welle: Weniger Klimaschutz mit neuem Energiegesetz?
SWR: Nur ein Anfang ist gemacht
DIW, Prof. Kemfert: Eine kluge Energiewende ist nicht zu teuer
ZEIT online: Wer zahlt für den Atomausstieg?
ARD – Sende-Hinweis: Die Macht der Stromkonzerne

„Energiewende nicht versenken“

ENERGIEWENDE NICHT VERSENKEN: Unter diesem Motto haben  Verbraucher und Privatpersonen eine Unterschriftenaktion gegen die geplante EEG-Reform der Bundesregierung gestartet. Online können sich nun alle beteiligen und ihre Unzufriedenheit mit dem geplanten Gesetz kundtun.

Die Politiker werden aufgefordert, die anstehende Novelle zu nutzen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zügig weiterzuführen, anstatt weiter abzuwürgen.

Bei der Photovoltaik wird wieder ein höherer Zubau gefordert, der wenigstens im „schon zu geringen Ausbaukorridor der Bundesregierung“ liegen sollte. Sowohl 2014 als auch 2015 ist der Photovoltaik-Zubau mit weniger als 1,5 Gigawatt klar unter diesem Ziel von jährlich rund 2,5 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung geblieben.

Zudem müsse es neue Vermarktungsmöglichkeiten für Grünstrom geben. Ein neues Vermarktungsmodell, das nach der EEG-Reform 2014 noch gefunden werden sollte, gibt es bis heute nicht.

Offensichtlich haben die Leute es satt, dass diese Regierung in der Energiewende genau das Gegenteil dessen macht, was sie in Sonntagsreden plakativ  „ins Schaufenster stellt“.

Auf dem Klimagipfel 2015 in Paris wurde beschlossen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Hierzu muss unsere gesamte Energieversorgung vollständig auf regenerative Energien umgestellt werden. Beim derzeitigen Tempo der Energiewende dauert das in Deutschland aber noch 140 Jahre. Das Tempo der deutschen Energiewende müsste also fast um den Faktor 5 gesteigert werden.  Zeit, endlich zu handeln meint auch der gebürtige Leonberger Volker Quaschning, Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin im Beitrag Wege zur Dekarbonisierung und zum Klimaschutz in Deutschland.

An der Unterschriftenaktion beteiligen kann sich jeder auf der Internetseite des Bundes der Energieverbraucher.

Link zu Protestbrief – an Unterschriftenaktion teilnehmen: Protestmail „Energiewende nicht versenken“

 

Klimaerwärmung: Aus den Augen, aus dem Sinn

Es ist gerade einmal einen Monat her, dass die Weltgemeinschaft sich gegenseitig hoch und heilig versprochen hatte nun endlich Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung zu ergreifen.

Rhetorisch besonders hervorgetan haben sich die Deutschen (Politiker), die sich so gerne auf der Weltbühne als Musterschüler präsentieren.

Jetzt, gerade einmal einen Monat später, zeigt sich, dass die riesigen Sprechblasen nichts als heiße Luft waren.

Anstatt das Projekt nun, wie verspochen, wirklich anzupacken regt sich heftiger Widerstand in der Regierungskoalition gegen den weiteren Ausbau umweltfreundlicher Erneuerbarer Energien.

Viel zu teuer, viel zu unsicher und überhaupt kommt der Ausbau des Leitungsnetzes nicht hinterher.

Alles wohl klingende, keineswegs neue Behauptungen, die aber längst widerlegt sind.

Und selbst wenn es so wäre. Der gemeine Bürger ist fasziniert was mit dieser Regierung alles plötzlich geht und wo auf einmal zig-Milliarden aus dem Nichts auftauchen, wenn ein als wichtig erachtetes politisches Ziel durchgesetzt werden soll.

Wahrscheinlich ist es zuviel verlangt auch die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen als „systemrelevant“ einzustufen – ist einfach zu teuer.

Greenpeace: Atom und Kohle werden deutlich höher subventioniert als erneuerbare Energien
Frankfurter Allgemeine: Energiesubventionen am Pranger
Rheinische Post: Ökostrom-Ausbau geht der Union zu schnell voran
Berliner Morgenpost: Koalitionskrach um Energiewende entbrannt
PV-MAGAZINE: Claudia Kemfert kritisiert Gespensterdebatte um Kosten der Energiewende
Klimaretter: BUND: „Energiewende am Scheideweg“

Photovoltaikanlage in Stuttgart

Ein Jahr der Superlative für Ökostrom

Mit einem Anteil von 27% an der Stromproduktion haben Erneuerbare Energien die Spitzenposition übernommen und dafür gesorgt, dass der Strompreis an der Börse erneut deutlich gesunken ist. Für den Endverbraucher hat sich dennoch nicht viel geändert. Die EEG-Umlage wurde aus politischen Gründen nur marginal gesenkt, obwohl das EEG-Konto derzeit einen Überschuss von 3 Millarden Euro aufweist.

FAZ: Ein Jahr voller Superlative für den Ökostrom