„Energiewende nicht versenken“

ENERGIEWENDE NICHT VERSENKEN: Unter diesem Motto haben  Verbraucher und Privatpersonen eine Unterschriftenaktion gegen die geplante EEG-Reform der Bundesregierung gestartet. Online können sich nun alle beteiligen und ihre Unzufriedenheit mit dem geplanten Gesetz kundtun.

Die Politiker werden aufgefordert, die anstehende Novelle zu nutzen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zügig weiterzuführen, anstatt weiter abzuwürgen.

Bei der Photovoltaik wird wieder ein höherer Zubau gefordert, der wenigstens im „schon zu geringen Ausbaukorridor der Bundesregierung“ liegen sollte. Sowohl 2014 als auch 2015 ist der Photovoltaik-Zubau mit weniger als 1,5 Gigawatt klar unter diesem Ziel von jährlich rund 2,5 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung geblieben.

Zudem müsse es neue Vermarktungsmöglichkeiten für Grünstrom geben. Ein neues Vermarktungsmodell, das nach der EEG-Reform 2014 noch gefunden werden sollte, gibt es bis heute nicht.

Offensichtlich haben die Leute es satt, dass diese Regierung in der Energiewende genau das Gegenteil dessen macht, was sie in Sonntagsreden plakativ  „ins Schaufenster stellt“.

Auf dem Klimagipfel 2015 in Paris wurde beschlossen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Hierzu muss unsere gesamte Energieversorgung vollständig auf regenerative Energien umgestellt werden. Beim derzeitigen Tempo der Energiewende dauert das in Deutschland aber noch 140 Jahre. Das Tempo der deutschen Energiewende müsste also fast um den Faktor 5 gesteigert werden.  Zeit, endlich zu handeln meint auch der gebürtige Leonberger Volker Quaschning, Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin im Beitrag Wege zur Dekarbonisierung und zum Klimaschutz in Deutschland.

An der Unterschriftenaktion beteiligen kann sich jeder auf der Internetseite des Bundes der Energieverbraucher.

Link zu Protestbrief – an Unterschriftenaktion teilnehmen: Protestmail „Energiewende nicht versenken“

 

EEG-Umlage soll 2016 wieder steigen

Die EEG-Umlage soll im kommenden Jahr nach vorliegenden Pressemeldungen wieder ansteigen – auf einen Rekordwert von zu 6,39 Cent/kWh. Offiziell wird die Höhe der neuen Umlage von den Stromnetzbetreibern Mitte Oktober bekannt gegeben.

In der Öffentlichkeit wird die EEG-Umlage als „Subvention“ für Erneuerbaren Energien wahrgenommen, als Kosten der Energiewende. Es entsteht der Eindruck die Energiewende würde immer teurer (und tatsächlich wird die Strompreisrechnung für Privathaushalte und kleine Gewerbebetriebe höher).  Der schöne Begriff „Überförderung“ wird von manchem Politiker bald wieder zu hören sein.

Tatsache ist jedoch, dass der Zubau erneuerbarer Energie und die hierfür bezahlten Vergütungen pro kWh in den letzten Jahren massiv zurückgegangen sind.

Woher kommt dann die Erhöhung ? Um dies nachvollziehen zu können muss man sich etwas näher mit der Konstruktion des EEG, den Zusammenhängen und den politischen Einflussnahmen beschäftigen.

Hier einige Fakten zum EEG:

1) Subventionen
Die EEG-Umlage für den Ökostrom ist keine Förderung oder Subventionierung aus Staats- bzw. Steuermitteln. Der Staat legt beim EEG lediglich, wie beim Mindestlohn die Lohnuntergrenze, die Mindestpreise für den Strom aus erneuerbaren Energien fest. Während bei den erneuerbaren Energien häufig von Förderung und Subventionierung des Stroms gesprochen wird, käme niemand auf die Idee, im Fall von Mindestlöhnen von geförderten oder subventionierten Arbeitsplätzen zu reden.

2) Ermittlung der EEG-Umlage
Betreiber von regenerativen Anlagen  erhalten je eingespeister Kilowattstunde einen vom Gesetzgeber festgelegten Vergütungsbetrag oder einen Aufschlag auf den Börsenstrompreis. Der Ökostrom muss zwangsweise an der Börse verkauft werden (so eingeführt vom damaligen Umweltminister Gabriel), die Einnahmen werden auf ein von den Stromnetzbetreibern geführtes EEG-Konto eingezahlt. Der Fehlbetrag zu den bezahlten Vergütungen ist die EEG-Umlage (nicht die in Medien häufig angegebene Brutto-Vergütungszahlung) an die Betreiber. Das ist falsch und führt zu einem vezerrten Bild über die wahre Höhe der EEG-Umlage.
Nachdem in den letzten Jahren der Börsenstrompreis (auch durch die erneuerbaren Energien) stark gefallen ist, ergibt sich – trotz deutlich gesenkter Einspeisevergütungen – ein höherer Fehlbetrag. Dies führt zum „EEG-Paradoxon“: Je geringer der Strompreis (an der Börse), desto höher die EEG-Umlage. 

 3) Immer mehr Ausnahmen/Befreiungen für  Großverbraucher
Stromintensive Firmen zahlen 0,05 ct/kWh Strom EEG-Umlage (Privatkunde: 2015: 6,17 ct/kWh). Anfang 2013 wurde die Ermäßigungsgrenze durch den Gesetzgeber von 10 GWh auf 1 GWh gesenkt.
Weil sich damit die Zahl der begünstigten Firmen deutlich erhöht, fallen Einzahlungen auf das EEG-Umlagekonto deutlich geringer aus und die Umlage wird auf immer weniger Schultern verteilt.
Die sprunghaft gestiegenen Ausnahmen 2013 oder 2014 führen somit zu einer höheren Umlage für den verbleibenden Rest der Stromverbraucher. Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind diese finanziellen „Subventionen“ der Großabnehmer und Industrie durch die EEG-Ausnahmen im Jahr 2014 erneut um 1,1 Milliarden auf 5,1 Milliarden Euro  gestiegen. Das sind bereits rd. 30 Prozent der EEG-Kernumlage, die fehlen und von den übrigen Stromverbrauchern mitbezahlt werden müssen.

Für alle, die sich näher über das Thema informieren wollen, haben wir nachfolgend einige Links z.B. zu Beiträgen des IWR zur Verfügung gestellt. Diejenigen, die sich eher unreflektiert und ohne Beleuchtung der Hintergründe „informieren“ möchten, verweisen wir auf die Wirtschaftspresse.  Auch hier gerne Links zu „Handelsblatt“ und FAZ.

IWR: Erneuerbare Energien werden subventioniert – Staat zahlt keinen Cent
IWR: Strompreise für Verbraucher steigen – Börsen-Strompreise sinken auf Rekordtiefs
Klimaretter: Es fehlt ein echter Kostenindikator
FAZ: Die Energiewende wird wieder teurer
Handelsblatt: EEG-Umlage steigt auf neuen Rekordwert

Die böse Energiewende

Die böse Energiewende vernichtet den Stolz der deutschen Wirtschaft. Gabriel schwingt mit seinen wiederholten Attacken auf Eon und RWE die politische Abrissbirne.

So durften wir kürzlich in so renommierten Zeitungen wie z.B. Handelsblatt und Wirtschaftswoche lesen.

Kritisiert wird, dass die großen Energieversorger aufgrund der „über Nacht“ ausgerufenen Energiewende weniger Gewinn machen. Gleichzeitig drücken enorme Kosten für den Rückbau von Kernkraftwerken und die Lagerung von Atommüll. Den schönen Plan von Eon sich dieser Kosten  durch Auslagerung in eine „Bad Bank“ zu entledigen, will Minister Gabriel mit einem neuen Haftungsgesetz durchkreuzen.

Die Artikel sind wieder absolut identisch. Wieder platziert in angesehenen (warum eigentlich angesehen ?) Blättern.

Liebe Presseabteilungen der Energieversorger ! Vor kurzem waren wir noch voller Hochachtung dafür, wie ihr es schafft mit – sagen wir es freundlich – einseitiger Sicht Stimmungsmache zu betreiben. Jetzt übertreibt ihr es aber !

Mit Verlaub, so doof, für wie ihr sie haltet, sind die Leser nun doch nicht. Kaum zu glauben, dass Menschen, die eine „freie Presse“ fordern, so etwas drucken.

Ganz kurz und ohne ins Detail zu gehen zu den Fakten:

Überraschende Energiewende

Die Energiekonzerne hatten bereits vor mehr als einem Jahrzehnt den Atomausstieg mit der Regierung Schröder vereinbart, von Überraschung kann also keine Rede sein. Anstatt sich für die Zeit nach der Atomkraft neue Geschäftsfelder aufzubauen, hat man sich auf politische Einflussnahme verlassen und von der frühen Regierung Merkel auch die gewünschte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke erhalten.
Alles gut, die Milliardengewinne konnten weitersprudeln, ohne dass man sich Gedanken um die Zunkunft und schon gar nicht die Entsorgung von Atommüll machen musste. Alles wieder weit in der Zukunft. Dann kam Fukushima – blöde gelaufen.

Haftung für Rückbaukosten – die politische Abrissbirne

Jahrzehntelang wurde Atomstrom als konkurrenzlos billig, sicher und CO²-frei verkauft und damit von den Energiekonzernen Milliarden verdient. Notwendiger Rückbau und jahrtausendelange Lagerung von Atommüll wurde einfach ausgeblendet.
Sprachen Kritiker diese unkalkulierbaren Kosten an, wurden sie auf die milliardenschwere Rückstellungen der Energiekonzerne verwiesen, die „locker“ hierfür ausreichen sollen. Obwohl das auch heute noch so behauptet wird, ist allen klar, dass die Rückstellungen nur buchmäßig (in dieser Höhe) vorhanden sind und schon gar nicht ausreichen werden. Nachdem nun mal jeder für das haften muss, was er anrichtet, keine guten Aussichten für Eon, RWE & Co.

Die Lösung: Atomkraftwerke schnell in eine andere Gesellschaft ausgliedern, 5 Jahre warten und schon ist die Haftung nach deutschem Recht erloschen. Soll doch die neue Gesellschaft pleite gehen, dann hat man die Milliardengewinne der Vergangenheit selbst eingestrichen und die Verluste dem Steuerzahler aufgedrückt – gute Idee !

Und jetzt kommt Herr Gabriel und will das nicht zulassen – will eine „Ewigkeitshaftung“ für „Ewigkeitskosten“ einführen. Eine echte Frechheit !

Natürlich war es nie beabsichtigt sich vor Kosten zu drücken, führt Eon nun aus und rudert zurück, will aber gleichzeitig gegen das neue Gesetz klagen.

Egal wie es ausgeht:  Am Ende werden Generationen von Steuerzahlern riesige Kosten für die Lagerung von Atommüll zahlen, der durch die Produktion des billigen (?) Stroms angefallen ist und den Aktionären hohe Renditen garantiert hat. Und: Schuld hat die Energiewende.

Gewinne privatisieren – Kosten sozialisieren und über die Ungerechtigkeit der Welt klagen.

USA leiten Energiewende ein

USA leiten Energiewende ein, während der einstige Musterknabe Deutschland schwer nachlässt und die Europäer mehr über Energiewende und Klimaschutz reden, als konkretes zu tun.

Bereits in den letzten Jahren gab es einen rasanten Aufschwung bei den Erneuerbaren in den USA, insbesondere im Bereich Photovoltaik.

Jetzt will Präsident Obama auch offiziell in den USA die Energiewende. Ein hoffnungsvolles Zeichen für die anstehende Klimakonferenz in Paris. Sind die USA doch einer der größten Klimasünder und gehörten bisher zu den Blockierern eines neuen Klimaschutzabkommens.

Neuer Rekord beim Stromexport

Deutschland stellt einen neuen Rekord beim Stromexport auf. Im ersten Halbjahr 2015 wurde so viel Strom ins Ausland verkauft wie niemals zuvor.

Angetrieben wurde die Nachfrage nach deutschem Strom im Ausland von abermals gesunkenen Preisen an der Strombörse, die im europäischen Vergleich zu den niedrigsten gehören. Gesunken waren die Preise aufgrund des deutlich größeren Angebots von Strom aus Erneuerbaren Energien

Niedrigste Strompreise in Europa ? Otto Normalverbraucher wird dies wundern, hört er doch ständig dass der Strom in Deutschland wegen der Energiewende besonders teuer sei und spürt den Beweis via Stromrechnung doch auch am eigenen Geldbeutel.

Gabriels teures Energiekonzept

Statt, wie im ursprünglichen Energiekonzept geplant, Strafgebühren für alte Meiler zahlen zu müssen, winkt den großen Energiekonzernen nun eine saftige Belohnung. Zwar wehrt sich Gabriel gegen den Eindruck, es gäbe künftig eine Art Abwrackprämie für Kraftwerke. In der Praxis ist aber genau das vorgesehen.

Nun sollen die Versorger Braunkohlekraftwerke ab 2017 als Notreserve bereithalten. Dafür will die öffentliche Hand die Versorger bis 2020 mit 230 Millionen Euro entlohnen – pro Jahr, versteht sich.

Gute Lobbyarbeit zahlt sich eben aus und bezahlt wird es wie immer vom kleinen Stromkunden.

Prof. Quaschning: Die Kohle muss weg

Die „Konstruktionsfehler“ des EEG erklärt

Zwei ganz unterschiedliche Menschen – der eine Professor, der andere Mitarbeiter eines Unternehmens der Erneuerbare-Energien-Branche –  erklären, weshalb Strom für die einen immer teuer wird, während er für andere so günstig ist, wie vor 10 Jahren.

Anstatt das EEG abzuschaffen, wie manche Kritiker fordern, plädieren beide dafür die Konstruktionsfehler zu beheben, die nachträglich eingefügt wurden.

Prof. Eicke Weber in PV Magazine: Es ist nicht sinnvoll das EEG abzuschaffen

Schützen Sie endlich das Klima

Schützen Sie endlich das Klima, fordert Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin und wendet sich direkt an das aktuelle politische Führungspersonal.

„Liebe Klimakanzlerin Merkel, lieber Superminister Gabriel: Schützen Sie endlich das Klima! Die Wissenschaft hat Ihnen lange genug erklärt, wie das geht. Sie müssen es einfach nur umsetzen und wir Bürger müssen Ihnen endlich richtig Dampf machen. Schließlich geht es um das Wichtigste im Leben: die Zukunft unserer Kinder.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Es bleibt nur eines: TUN !